Garantiezins der Lebensversicherung: Tabelle nach Abschlussjahr (1994–2026)

Welchen Garantiezins hat Ihr Vertrag? Alle Höchstrechnungszinsen seit 1994 auf einen Blick — von 4 % bis 0,25 % — und was der Wert für Ihre Entscheidung bedeutet: behalten, beitragsfrei stellen oder wechseln.

Inhalt dieses Artikels
  1. Ihr Garantiezins in 10 Sekunden
  2. Alle Garantiezinsen seit 1994
  3. Was der Garantiezins für Ihre Entscheidung bedeutet
  4. Drei Dinge, die viele übersehen
  5. Wie es weitergeht
  6. Häufige Fragen

Der Garantiezins — offiziell Höchstrechnungszins — ist der Zins, den ein Versicherer bei klassischen Lebens- und Rentenversicherungen höchstens garantieren darf. Er gilt für die gesamte Laufzeit des Vertrags, und zwar in der Höhe, die beim Abschluss galt. Ein Vertrag von 1998 garantiert also bis heute 4 %, auch wenn neue Verträge jahrelang nur 0,25 % bekamen.

Deshalb ist das Abschlussjahr die wichtigste Zahl, wenn Sie über einen alten Vertrag entscheiden.

Ihr Garantiezins in 10 Sekunden

Welchen Garantiezins hat Ihr Vertrag?

Höchstrechnungszins für klassische Verträge zum Abschlusszeitpunkt. Er gilt für den Sparanteil Ihres Beitrags, nicht für den ganzen Beitrag. Fondsgebundene Policen haben meist keinen oder nur einen teilweisen Garantiezins.

Alle Garantiezinsen seit 1994

AbschlussGarantiezins
bis Juni 19943,50 %
Juli 1994 bis Juni 20004,00 %
Juli 2000 bis Dezember 20033,25 %
2004 bis 20062,75 %
2007 bis 20112,25 %
2012 bis 20141,75 %
2015 und 20161,25 %
2017 bis 20210,90 %
2022 bis 20240,25 %
seit 20251,00 %

Was der Garantiezins für Ihre Entscheidung bedeutet

3,25 % und mehr (Abschluss bis Ende 2003): Solche Garantien bekommt heute niemand mehr für einen neuen Vertrag — und sie gelten bei Ihnen bis zum Ablauf, ohne Kursrisiko. Diese Verträge sind fast immer zu wertvoll, um sie zu kündigen. Bei Abschluss vor 2005 kommt meist noch die steuerfreie Auszahlung dazu. Prüfen sollten Sie trotzdem: Passen Laufzeit und Auszahlungsform noch zu Ihrem Ruhestand?

1,75 % bis 2,75 % (Abschluss 2004 bis 2014): Die Garantie ist solide, aber kein Selbstläufer mehr. Jetzt entscheiden die laufenden Kosten. Ein Vertrag mit 2,25 % Garantie, aber hohen Verwaltungskosten kann am Ende weniger bringen als ein günstiger Vertrag ohne Garantie.

1,25 % und weniger (Abschluss ab 2015): Die Garantie spielt kaum noch eine Rolle — oft liegt sie unter der Inflation. Hier steckt das Ergebnis vor allem in Kosten und Anlage. In dieser Gruppe finden wir am häufigsten Verträge, bei denen sich ein Wechsel oder eine Umstellung deutlich lohnt.

Drei Dinge, die viele übersehen

1. Der Garantiezins gilt nicht auf den ganzen Beitrag. Er wird nur auf den Sparanteil gezahlt — das, was nach Abzug von Abschluss-, Verwaltungs- und Risikokosten übrig bleibt. Ein Vertrag mit 4 % Garantie bringt auf die eingezahlten Beiträge deshalb spürbar weniger als 4 % — wie viel weniger, hängt von den Kosten ab.

2. Die Überschussbeteiligung ist nicht garantiert. Die Hochrechnungen bei Vertragsabschluss enthielten meist Überschüsse, die so nie gezahlt wurden. Aussagekräftig ist nur die aktuelle Standmitteilung.

3. Fondspolicen funktionieren anders. Bei fondsgebundenen Versicherungen gibt es meist keinen oder nur einen teilweisen Garantiezins. Hier entscheiden die Fonds und ihre Kosten — und die Frage, was im nächsten Börsencrash passiert. Mehr dazu im Artikel Altersvorsorgedepot und Crash kurz vor der Rente.

Wie es weitergeht

Der Garantiezins sagt Ihnen, ob ein Vertrag etwas wert sein kann. Wie viel er Ihnen im Ruhestand tatsächlich bringt, zeigt erst die Rechnung mit Kosten, Restlaufzeit und Auszahlungsform. Welche Möglichkeiten es dann gibt — behalten, beitragsfrei stellen, verkaufen oder kündigen —, erklärt der Überblick Lebensversicherung behalten, beitragsfrei stellen oder kündigen?.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Garantiezins für neue Lebensversicherungen 2026?

Seit dem 1. Januar 2025 beträgt der Höchstrechnungszins 1,0 %. Es war die erste Anhebung seit 1994; von 2022 bis 2024 lag er bei 0,25 %.

Gilt der Garantiezins auf meinen ganzen Beitrag?

Nein. Der Garantiezins gilt für den Sparanteil, also den Teil des Beitrags, der nach Abzug von Kosten und Risikobeitrag angelegt wird. Die tatsächliche Rendite auf den gesamten Beitrag liegt deshalb meist darunter — besonders in den ersten Jahren.

Ändert sich der Garantiezins meines alten Vertrags, wenn der Höchstrechnungszins sinkt?

Nein. Jeder Vertrag behält den Garantiezins, der bei Abschluss galt, für die gesamte Laufzeit. Änderungen wirken nur auf neue Verträge.

Was ist der Unterschied zwischen Garantiezins und Überschussbeteiligung?

Der Garantiezins ist vertraglich zugesichert. Die Überschussbeteiligung kommt obendrauf, ist aber nicht garantiert: Der Versicherer legt sie jedes Jahr neu fest, und bei Kündigung oder Ablauf kann ein Teil davon (der Schlussüberschuss) geringer ausfallen als angekündigt.

Quellen

  1. Verivox: Garantiezins — Entwicklung des Höchstrechnungszinses
  2. HDI: Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung steigt zum 01.01.2025
  3. Verordnung über Rechnungsgrundlagen für die Deckungsrückstellungen (DeckRV)

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